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15. Februar: Spirits & Letters // Designvortrag und Whiskytasting in Saarbrücken

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»Spirits & Letters«, mein Vortrag über Whisky und Schrift, geht in die zweite Runde. Bereits im letzten Jahr habe ich als Grafik-Designer und Whisky-Experte bei Ligatura in Saarbrücken den Zuhörer/innen die grafische und typografische Welt der Whiskybranche nähergebracht. Dabei standen die Logos, Verpackungen und Etiketten der über 100 schottischen Whisky-Brennereien im Vordergrund. An Hand einzelner Beispiele zeigte ich wie sich grafische Trends auf die Whiskywelt auswirkten, wie Relaunchs bekannter Marken das Image veränderten.

Dabei bleibt es kein trockener Vortrag, sondern die visuellen Einblicke werden begleitet von fünf schottischen Whiskys.
Kleine Snacks sind vorhanden, die Whisky-Sorten können auch nach dem Vortrag direkt von den Genussverstärkern käuflich erworben werden.

Samstag, 15. Februar 2014 — 18.00 Uhr
Ligatura, Europaallee 22, 66113 Saarbrücken

Dauer etwa 3 Stunden,
Preis für den Vortrag (Whiskys inklusive):
45 € inkl. MwSt.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Anmeldung nur auf spiritsandletters.de

Rezension: Neue Schriften / New Typefaces

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Das Buch wurde herausgegeben vom Gutenberg-Museum Mainz und bezieht sich auf die Ausstellung »Call Type« im Museum. In »Neue Schriften / New Typefaces« sind 19 spannende Interviews mit Schriftdesigner/innen enthalten.

Im zweiten Teil werden neuere Schriften vorgestellt. Dabei sind nicht-lateinische Schriften, Displayfonts, Grotesk- und Serifenschriften auf je einer Seite präsentiert und geben einen gelungenen Querschnitt aktuellen Schriftschaffens.

Die Interviews beleuchten Arbeitsweisen und Konzepte einzelner Schriftdesigner, die für bestimmte Ausrichtungen stehen. Mal steht die Lesbarkeit mehr im Vordergrund mal mehr die grafische Aussage. Die Leser lernen vermutlich bisher eher weniger bekannte Schriften kennen, sowie die Menschen, die sie schufen und welche Überlegungen dabei eine Rolle spielten.

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Bei der gestalterischen Umsetzung gibt es jedoch einige Dinge, die nicht gelungen sind. Die Beschreibungen der Schriften sind für die Textlänge in einem viel zu kleinen Schriftgrad gesetzt und im hinteren Teil des Buches sogar auch noch negativ, weiß auf Schwarz, so dass schnell ein Flimmern entsteht. Auch bei der Präsentation der Schriften fehlen mir vor allem eben bei Schriften, die für Fließtext geeignet sind, ein Beispieltext, um die Eignung für den Einsatz bei größeren Textmengen einzuschätzen. So schön diverse Schmuckbuchstaben und ausgefallene Ligaturen sind, so wenig sagen sie etwas über die Qualität der Schrift im Fließtext.

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Optische Aha-Effekte werden erneut über Lesbarkeit gestellt. Alle englisch sprachigen Leser/innen werden dazu mit einer noch kleineren Schriftgröße »bestraft«. Entweder ist so ein Buch gleichgewichtig oder ich mache nur eine deutschsprachige Ausgabe, so aber sind die englisch sprachigen Texte typografisch als zweite Klasse degradiert.

Der Content ist empfehlenswert, die Umsetzung hätte etwas mehr überdacht sein können. Das Buch schafft ein Stück weit für den Anwender von Schriften – Mediengestalter, Grafikdesigner etc. – Verständnis für die Arbeit des Schriftentwerfers.

Petra Eisele, Isabel Naegele, Annette Ludwig (Hrsg.)
Neue Schriften. New Typefaces. Positionen und Perspektiven
248 Seiten, 17 x 22,5 cm, Schweizer Broschur, Deutsch/Englisch, Euro (D) 29,80
ISBN 978-3-7212-0892-4

»Mr Typo & der Schatz der Gestaltung« von Alessio Leonardi

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Ein Fachbuch, aber nein, das ist doch ein Comic.

»Mr. Typo und der Schatz der Gestaltung«, ist der zweite große Comic von Alessio Leonardi. Zuvor waren es eher Kurzgeschichten, wie zum Beispiel »Mr. Typo and the Lost Letters«, die für den Schriftenvertrieb und -hersteller Linotype entstanden. Wie immer verbindet Alessio Leonardi typografischen Witz mit typografischem Wissen. So kann der Leser auf knapp 100 Seiten lesen und schauen wie Mr. Typo und sein Hund Tilde, die Welt der Typografie und Gestaltung entdecken, erläutern und neugierig darauf machen. So lernt man die Welt der Bilder und der Farben, den Raum und natürlich ganz viel Typografie kennen. Und spätestens nach der Lektüre wird keiner mehr sagen, dass Typografie nicht auch Spaß machen kann.

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Das Buch ist gespickt mit vielen humorvollen Querschlägern wie diesen.

Was sonst vielleicht dem ein oder anderen in Ausbildung und Studium als trockenes Thema vorkommt, wird hier auf humorvolle Weise in eine Geschichte gepackt, bei der die Information keineswegs auf der Strecke bleibt.
Gleich ob es um die Anatomie von Schrift geht, um die Interpunktion, Gestaltungsraster oder nicht-lateinische Schrift, Alessio Leonardi gelingt es auf kleinstem Raum sehr einprägsam Inhalte zu vermitteln.

Und so steht am Ende fest: ein Fachbuch UND ein Comic. Für Menschen, die Schrift lieben und für Menschen, die mehr über Schrift und Gestaltung erfahren möchten.

Erschienen ist das Buch im Mainzer Verlag Hermann Schmidt und kostet 19,90 Euro

Redesign bei Glen Scotia

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Anfang des Jahres 2013 hat die schottische Whisky-Destillerie Glen Scotia aus Campbeltown ihre komplette Range an Abfüllungen ein Redesign zu kommen lassen. Dabei wurden Logo, Flaschen und Verpackungen grundsätzlich neu gestaltet. Das Ergebnis erinnert jedoch mehr an einen schottischen Energy-Drink als an Single Malt Whisky. Allen voran wirkt die Farbgebungen zu poppig. Und die mürrisch drein blickende Highland Cow allein, reicht nicht aus, um eine genügende Assoziationen zu Whisky zu schaffen.

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Das Logo wurde ebenfalls überarbeitet. War es bisher ein eher langweilig bis gediegener Schriftzug, so wurde jetzt das »t« bei Scotia durch eine Art Highländer-Schwert ersetzt, immerhin das was am gesamten Redesign noch am gelungensten ist.

Die Website ist selbst einige Wochen nach dem Release des neuen Design immer noch in einem wenig einladenden Zustand. Es wirkt, als wäre nach dem ersten Redesign das Geld ausgegangen, das neue Design auf alle Medien zu übertragen.

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Die trostlos wirkende Destillerie passt in das nicht vorhandene uneinheitliche Designkonzept. Schade, denn die Whiskys, die in der Destillerie hergestellt werden, hatten zwar ein Redesign nötig, aber eines dass dem Produkt etwas mehr gerecht wird. Hier wird versucht mit einem Streich eine Destillerie mit angestaubtem Erscheinungsbild und unvorteilhaftem Image zum Popstar zu machen. Für meine Begriffe wurde hier zu viel des Guten gemacht. Schaut man sich das Gebäude und die Website an so wirkt das neue Design aufgesetzt und wenig authentisch.

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Bildquellen
Destillerie: J M Briscoe
Verpackungen: Glen Scotia