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Artikel für das Typomagazin Schrägstrich // Das Weinetikett – Kür und Pflicht

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Das Weinetikett – Kür und Pflicht
Weinetiketten gehören sicherlich zu den Projekten, die man sich als Designer wünscht. Gerade in den letzten Jahren sind Winzer wesentlich mutiger beim Design ihres Aushängeschilds, dem Etikett geworden. Vor allem junge Winzer, die nächste Generation also, setzen alles daran ihre Weinqualität auch grafisch und typografisch in Szene setzen zu lassen. Goldene Schreibschrift und Wappen sind größtenteils Vergangenheit. Schaut man sich im Weinfachhandel um, so denkt man schnell, dass hier keine Grenzen gesetzt sind. Aber auch hier warten, wenn auch von den Konsumenten nicht als solche wahrgenommen, einige Vorgaben und Normen, die es bei der Gestaltung einzuhalten gilt.

Denn hierbei greift das Deutsche Weingesetzt sowie die übergeordneten europäische Gesetze. Werden diese nicht beachtet kann es zu Strafen kommen oder zumindest müssen fehlerhafte Etiketten vom markt genommen und nochmals produziert werden. Die meisten Regelungen beziehen sich auf die Begrifflichkeiten und Bezeichnungen rund um den Wein und betreffen nur am Rand den Gestalter. Verstöße gegen auf Grund falscher Benennungen sind der häufigste Grund für das Zurückziehen von Etiketten. Aber auch ein paar typografische Aspekte sind im Gesetz festgelegt.
So werden die Angaben über Alkoholgehalt und Inhalt bei Flaschengrößen von 200 ml bis 1000 ml mit 3 mm bzw. 4 mm festgelegt.
Ausgenommen von Angaben über Schriftart bzw. -größe sind: Geschmacksangaben, Rebsorte, Jahrgang, Einzellagen, Bereiche oder für zusammenhängende Angaben (z.B. Ortsnamen und Lagebezeichnungen) bzw. erläuternden Angaben.

Bei der Definition des Begriffs „Schriftart“ geht es den Gesetzgebern nicht um die Vorgabe einer bestimmten Schrifttype, sondern darum, dass Begriffe in der gleichen bedeutung bzw Kategorie in der gleichen Schriftart zu setzen sind. Das bedeutet, auch dass in Schriftart übereinstimmende Begriffe wie z.B. die Weinregion „Pfalz“ nicht einmal in gemischtem Satz und einmal in Versalien gesetzt werden darf.
Hinzukommt, dass seit Ende 2014 sämtliche Verpackungen auf dem europäischen Markt die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 erfüllen müssen. Dabei wurde die Mindestschriftgröße für die verpflichtenden Angaben zu den Zutaten und Inhaltsstoffen definiert. So wurde festgelegt, dass die x-Höhe der verwendeten Schrift mindestens 1,2 mm betragen muss. Leider kann man diese Größe in keinem Layoutprogramm eingeben. Lediglich das Indesign Plug-in X-Tools sowie einige Freeware-Tools bieten hier Abhilfe.

Da Wein ein Genuss- und kein Lebensmittel ist, fallen darunter zu Zeit nur die Angabe „Enthält Sulfite“. Wein und Weinerzeugnisse sind vorerst von der Angabe des Zutatenverzeichnisses und der Nährwertdeklaration befreit.
So dass man nicht wie bei Lebensmittel mit Inhaltsstoffen, Allergenen und Nährwert zu kämpfen hat, die alle auf der Verpackung aufgeführt werden müssen und trotzdem im Layout integriert werden sollen.
Beim Design „hilft“ dabei das Rückenetikett bzw. ein umlaufendes Etikett weiter. So kann man die Layout „beeinträchtigenden“ Pflichtangaben nach hinten verbannen. Damit ist das Frontetikett die Kür und das Rückenetikett die Pflicht.

Redaktionelle Artikel & Kolumnen für das Magazin KÜCHE

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Nicht nur beim Design dreht sich fast alles um Genuss, sondern auch in meinen Artikeln und Kolumnen für das Magazin KÜCHE. Dabei handelt es sich um Artikel zu Whisky, Gin und Wein sowie Foodpairing für das Magazin des Verbandes der Köche Deutschlands. Bisher sind Artikel bzw. Kolumnen über Whisky-Kategorien, Spargel & Wein, Weintrends 2016, Doctor Polidoris Cucumber Tonic Water, Armorik Whisky oder ganz aktuelle fertig gestellt, die Kolumne zum walisischen Penderyn Whisky.

»Die illustre Runde« in der Designmacherei – Netzwerken bei Wein, Genuss und Design

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»Der Typostammtisch Offenbach ist tot, lang lebe ›Die illustre Runde‹!?«. So hieß es in der Einladung zur ersten illustren Runde in meinem Büro.

Ganz so ist es nicht. ›Die illustre Runde‹ ist keine Fortsetzung des Typostammtisches, sondern ein eigenständiges Format, wie man das heutzutage so nennt. Die Idee dahinter ist es Menschen aus unterschiedlichen Bereichen von Design (Grafikdesign wie Produktdesign), Kunst, Medien etc. zusammen zubringen, zwecks Austausch und um sich kennen zu lernen, nicht virtuell, sondern ganz real.

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In unregelmäßigen Abständen werde ich zu einem Abend jeweils einladen.

Start machte eine kleine Präsentation zu meinen Designprojekten rund um Wein und Genuss. Für Speis und Trank – Wein und Craft Beer von »Die Genussverstärker« ist dabei natürlich auch gesorgt. Die Speisen, eine Gorgonzola-Terrine mit Trauben und Nüssen, sowie der Coq au Vin kamen von »Gastgeber & Freunde«.

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Ergänzt wurde der Abend durch eine Ausflug in die Welt der Schrift und zwar Schrift im Weltraum vom Kollegen Kai Merker vom Typekollektiv Typocalypse aus Saarbrücken.

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Es war ein toller Abend mit Grafik- und Webdesignern, Menschen aus dem Bereichen Typendesign, Text, Fotografie, Innenarchitektur und Schmuckdesign. Besonderen Dank an Holger von »Gastgeber & Freunde« für das leckere Essen.

Die nächste illustre Runde wird voraussichtlich am 11. April sein.

Workshop: »Salz und Pfeffer – Kontraste im Verpackungsdesign«

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Auf den diesjährigen Tagen der Typografie, werde ich einen Workshop unter dem Motto»Salz und Pfeffer – Kontraste im Verpackungsdesign« anbieten.

Was die Kontraste in der der Gestaltung sind, sind die Gewürze beim Kochen. So wie wir verschiedene visuelle Kontraste zu einem Gesamtbild anordnen, so kombiniert man verschiedene Gewürze zu einem Gericht. Die zwei grundlegendsten Gewürze dabei sind Salz und Pfeffer. Einerseits so alltäglich wie die Schrift, anderseits, wenn man über den Alltag hinausschaut, so unglaublich vielseitig.

Im Workshop werden wir ein Erscheinungsbild für eine Verpackungset von Salz und Peffer gestalten. Weißes Salz und schwarzer Pfeffer, so kennt man den klassischen Kontrast. Aber auch weißer Pfeffer trifft auf schwarzes Hawaii-Salz, rosa Murray-River-Salz auf grünen Pfeffer. Die Kontraste und Gestaltungsmlglichkeiten für die Salz-Pfeffer-Sets sind vielseitig.
Beim Design der Verpackungen spielen Form-, Farb-, Schrift- und Größenkontraste ebenso eine Rolle die Art der Verpackung und das verwendete Material.

Eine spannende Reise in die Welt von visuellen und kulinarischen Kontrasten.

Vorschau auf 2015

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Dieses Jahr steht jetzt schon ganz im Designschwerpunkt Genuss. Das Projekt der »Offenbacher Pfeffernüsse« für die Kaffeerösterei Laier, welches noch im letzten November begann, ist ein riesiger Erfolg, der bis jetzt unvermindert anhält. Vom Design der Eventlocation »main wohnzimmer« und »Brigid Reisen – Irland anders erleben« gibt es schon die Logos zu sehen. ebenfalls in kulinarischen Gefilden sind die Projekte für die »Rhein Main BBQ Society« und der im Frühjahr abgefüllte Wein von der »Domaine Jones« aus Südfrankreich, für den wir das Etikett entwickelten. In einer andere Richtung, aber nicht minder spannend ist das Corporate Design für »Fliegende Fische Coaching« aus Frankfurt, an dem ich gerade arbeite.

Auch ein weiteres Weinprojekt und ein Corporate Design für ein Olivenöl stehen im Laufe des ersten Halbjahres noch.

Darüber hinaus werd ich dieses Jahr wieder die »Tage der Typografie« gestalterisch und konzeptionell begleiten, die am ersten Juni Wochenende unter dem Motto »Kontrast« stattfinden wird.